Erst der Prozess, dann das Tool

Wir beraten im IT-Recht. Wir haben (für Juristen relativ viel) Ahnung von Technik. Gute Technik in unserer Kanzlei ist uns sehr wichtig. Wir legen großen Wert auf schlanke und effiziente Prozesse. Wir wollen uns bei der Arbeit auf das Wesentliche konzentrieren: Dass unsere Mandanten zufrieden sind.

Wir nutzen keine Kanzleisoftware.

Wie passt das zusammen?

Dafür gibt es zunächst einige weniger wichtige Gründe:

  • Die allermeisten Kanzleisoftware-Produkte sehen aus und fühlen sich an wie Windows 95. 1995 war Windows 95 nicht übel. Aber das ist 20 Jahre her.
  • Die allermeisten Kanzleisoftware-Produkte laufen unter Windows. Wir arbeiten zur Zeit vor allem mit Apple-Geräten. Das kann sich aber jederzeit ändern. Wir arbeiten am liebsten mit Tools, die auf verschiedenen Plattformen laufen. Wir kennen keine gute Anwaltssoftware, die plattformunabhängig funktioniert.
  • Es gibt plattformunabhängige cloud-basierte Kanzleisoftware wie z.B. Rocket Matter, Clio und (auch für den europäischen Markt entwickelt:) LegalTrek. Aber wir möchten ungern Mandatsdaten in die Hände eines Drittanbieters legen und uns von einer reinen Online-Lösung abhängig machen.
  • Daten aus Kanzleisoftware zu exportieren, wenn man das Produkt wechseln möchte, ist schwierig bis unmöglich, zumindest aber teuer. Mit der Entscheidung für ein Produkt geben wir unsere Flexibilität auf.

Aber der wichtigste Grund ist ein anderer.

Jedes Standard-Tool zur Organisation gibt Organisationsprozesse vor. Für Kanzleisoftware gilt das ganz besonders. Deren Anbieter werben damit, ganz genau zu wissen, was Anwälte brauchen. Das findet man dann alles in der Software – ob es zu einem passt oder nicht.

Unsere organisatorischen Prozesse sind ganz bewusst erheblich schlanker gehalten als in den meisten anderen Kanzleien. Dadurch können wir flexibel auf die Bedürfnisse unserer Mandanten reagieren, und wir sparen Kosten.

Wir vermeiden zudem einen Fehler, der nach unserem Eindruck in Organisationen aller Größenordnungen gemacht wird: Man sucht nach einem Werkzeug (Tool) für eine bestimmte Zahl von Aufgaben. Man entscheidet sich für ein Tool mit bestimmten Funktionen, die einem sinnvoll erscheinen. Das Tool gibt dann den Prozess vor. Idealerweise hat man dann ein Tool, mit dem man zufrieden ist, aber über den Prozess dazu hat man sich nie Gedanken gemacht.

Eine der wichtigsten Regeln in unserer Organisation ist, dass der Prozess Vorrang vor dem Tool hat. Wenn wir unsere Organisationsprozesse oder unsere Beratungsprodukte planen, haben wir zunächst kein konkretes Tool vor Augen. Das macht es manchmal auf den ersten Blick schwierig, führt aber zu meist zu guten Ergebnissen. In nächster Zeit werden wir hier immer wieder beschreiben, wie unsere Prozesse und Tools aussehen.


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